Abschiedsgrüße einstweilen

In Berlin fällt es schwerer, an Normalität zu glauben. Insbesondere deshalb bin ich hier. (Nicht wegen der Regierung, nicht wegen der Institutionen. Die ließen sich auch aus der Ferne besichtigen.) Heute ging einer durch die Untergrundbahn und war derart ’stoned‘, daß sein Nochgehen- oder schlurfenkönnen allein Respekt hätte einfordern dürfen. Der Zerstörte sah aus wie der schlaksige Frontmann einer Band, die Lieder für die Unverstandenen spielt, ein Herzensbrecher, ein Mädchenschwarm. Ich will sagen, er sah auf diese gefährliche Rock’n’Roll-Art ‚cool‘ aus. Sein trüber Blick ging, kaum sah ich ihm kurz in die Augen, bereits woanders hin, richtete sich ins Innen des Elends und des eigenen Verderbens, tunnelte sich durch das Dunkel ins Licht der erwarteten Dosis zur Erlösung.


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Abschiedsgrüße einstweilen

2 Gedanken zu „Abschiedsgrüße einstweilen“

    1. Holger Tegtmeyer schreibt:

      Lieben Dank! Ich sehe Deine Zeilen erst jetzt, da ich nur noch selten hier, auf der alten Adresse, nachsehe. Herzliche Grüße zu Dir!
      Ah, jetzt ist doch alles auf der neuen Adresse gelandet. Wunderbar. Mir ganz unklar, wie alte und neue Adresse interagieren …

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