Zwei-Uhr-fünfzehn

Wer spricht, wenn ich spreche? Was spricht aus mir? Was bedeutet Subjekt, sofern es nicht allein als sprachlich-logische Konvention aufgefaßt ist? Wir bewohnen die bekannte Welt wie Unbehauste. Beginnt sie zu vibrieren, scheppert es aus allen Richtungen. Die Haltbarkeiten sind begrenzt. Porzellan zerspringt, Gläser klirren. Die Zurechtlegungen machen nervös, da das Zurechtgelegte sich aus seiner Lage zu befreien scheint. Als begännen die Dinge selbst zu sprechen, nachdem sehr lange nichts von ihnen zu hören war. Herrschaft bricht ein. Es wird interessanter, keinesfalls gemütlicher. Die Krise als Chance. In der Hölle lachen sie laut. Das sagten die Vorgänger auch. Hier fehlen die Satzzeichen, um zu klären, wer was sagt. Lassen wir selbst das ungeklärt, die Wörter entfalten ihre Macht, wenn sie gebraucht werden.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Zwei-Uhr-fünfzehn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert