Müßte ich einen dramatischen Texte verfassen, fragte er: Wo bist du? Sie ist die Frage nach dem Ort, der Herkunft und der Hinkunft, dem Schwerpunkt und der Sehnsucht. Wie bist du gemeint? Die Frage stellt sich mir; sie zielt ich auf das, was man früher vielleicht Gott nannte und auf ein Schicksal, eine Bestimmung, ein Ziel zu deuten schien. Gewiß, aus moderner Sicht äußert sich in solcher Weise Aberglaube oder unaufgeklärtes Denken. Man mag nicht, daß derart unzulässig gefragt, geforscht, gebohrt wird. Deshalb wurde eine Mauer gebaut, ein Sperrbezirk eingerichtet, eine Quarantäne (Berührungs- oder Kontaktverbot) verhängt. (Ideen sind nicht unschuldig,) Man durfte stolz darauf sein. Nie wieder Aberglaube. Das war ein Sieg. Ich jedoch sitze, stehe, liege hier (oder dort) und frage nach meiner Bestimmung. Ich rekurriere nicht auf die bekannten Gottheiten. Allerdings unterstelle ich, daß ein Funken Wahrheit in allen Versuchen der Annäherung enthalten sein wird.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.