Zukunft ist ein verlogenes Wort

Nachdem die Lehrer und Therapeuten, die Psychologen und Pastoren sowie die Agenturen übernommen haben, wird es an der Zeit sein, daß sich das eigentliche Leben regt. Schade nur, daß es sich den Parolen gefügig zeigt. Einstweilen. Wir werden eine Jugendrevolte erleben, daß es kracht. Ich behauptete das vor zehn Jahren. Die Jahre gehen ins Land, und man hält die Jugendlichen straff im Erwünschten. Sie sollen bürgerlicherseits Karriere machen, einen der begehrten Posten ergattern und später was zu sagen haben. Wäre da nicht die Moral. Moral ist Selbstanspruch, nicht Fremdanspruch. Es wird gefährlich werden, ich spüre das. Die betrogene Generation wird sich wehren, jedoch nicht mehr einhegen lassen in die Wunschvorstellungen der Dirigenten. Die Probleme liegen tiefer, unterhalb der Parolen und des Geglaubten.

Nachtrag, 16. Juli: Zukunft ist eines der verlogensten Wörter, die es gibt. Sie befand sich damals schon, als ich selbständig zu denken begann, in den Händen der Manipulateure. Zukunft ist die Jungfrau, mit der jeder ins Bett möchte – schrieb ich irgendwann. Was geschähe, gelänge solche Liebe, weiß keine Sau. Auf jeden Topf paßt ein Deckel, sagte unsere Mutter. Das sollte trösten. Ein paarmal war ich Topf, ein paarmal war ich Deckel, der Satz ist nicht falsch. Wird es heiß, klappert der Deckel, die Hitze entweicht. Die Auflistung der tonangebenden Berufe dort oben, am Beginn des Textes, ist unvollzählig. Ich wollte sagen: Wenn sich Geist der Macht unterwirft, verliert er Macht. Es wäre wichtig, das zu verstehen. Ich nenne nicht eigens die Namen unserer anerkannten Denker. Anschleimen marginalisiert.


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