Straßenkämpfe. Kampfhorden. Anfeuerungsrufe. Schwarzafrika gegen die Araber. Als müßten Geschichtslektionen nachgespielt werden auf einer Straße in Berlin. Man kann sämtliche Bezeichnungen in Anführungszeichen setzen, sofern das der Vornehmheit dient. Daß die Menschen als Repräsentanten einer Herkunft gesehen werden, mag schwer zu verhindern sein. Daß alte Ressentiments sich aufwärmen und entzünden im melting pot einer großen Stadt, erstaunt kaum. Wo Konkurrenz nicht friedlich ausgetragen werden kann (wie denn auch?), kracht es. Später wird das in Filmen und Erzähltexten romantisiert werden, siehe das Filmwerk von Martin Scorsese. Doch noch ist jetzt und Neukölln ist nicht romantisch. Während der Szenerie des Kampfes lachten und feierten die Gäste der Bars entlang des Parcours. Für sie war das eine Gesprächs- oder Heiterkeitsunterbrechung, crazy Berlin shit. Man könnte über Geld und Macht sprechen, aber das möchte niemand wirklich.
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