Nachgeworfen einem Montag

Der Tag hat sich in mir ausgetobt, obwohl fast nichts geschehen ist. Im Amok-Koma innen auf mittlerer Temperatur, blutwarm. Es gibt diese unkontrollierten Tage. Sie laufen frei wie wilde Hunde und sind auch bissig. Besser nichts Wichtiges berühren. Von Glück sagen, wenn nichts passiert (siehe oben). Kurz vor der Tür, um den altgewordenen Winter zu begrüßen. Ich kenne die Jahreszeiten gut, sie kennen mich. Die kalte Asche des Ofens klebt an den Fingern. Einmal heute brüllte ein Vogel auf, etwas muß ihn aufgescheucht haben. Ob er es noch einmal eisig werden läßt, fragte ich. Winter zuckte mit den Schultern und verschwand knarrenden Schritts hinter der Hecke. Ich denke noch immer über das totale Bildverbot nach (siehe unten). Sind Künstler nicht kleine Götter? Darf man denn noch musizieren und dazu tanzen? Photographien sind wirklich unheimlich, das spürten die Eingeborenen, als sie fürchteten, mit dem Bild werde die Seele geraubt. Seit Tagen bin ich schlechter Laune wegen einer Theorie, die ich nicht widerlegen kann. Ich möchte Schöneres denken und hoffen dürfen. Ernst Jünger hatte recht: Es fehlt uns eine Wissenschaft vom Glück. Doch immerhin kann es uns deshalb plötzlich überfallen.


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