Einatmen: die Seen dort draußen

Sommernacht. Ich weiß, ich sollte jetzt schlafen. Doch ich schlafe nicht, ich bin müde hellwach. Sofern das zu einer Sommernacht paßt. Sicher, paßt schon. Wenn ich den Bewegungen des Vorhangs folge, bin ich mir sicher, daß diese Wohnung atmet. Sie atmet mich aus und ein. Heute kam ein Gedanke. Der Gedanke kam als Idee. Die Idee bestand aus einer Vorstellung. Die Vorstellung betraf das, was zu tun sein könnte. Der Konjunktiv ist gewählt, da ich vorsichtig bin, wenn ich beginne, Brücken in die Zukunft zu schlagen. Die Zukunft ist das Lustspiel der Narren. Ohne die Narren wären die wahren Könige traurig, denn niemand könnte ihnen zeigen, daß sie Trunkene sind, Befangene und schwer von Begriff. Stets ist einer da, der die Wahrheit sagen darf oder kann. Manchmal beides. Mit der Sprache inhaltlich ihrer Wörtern bin ich einverstanden letzter Zeit, besonders spät und still des Nachts. Schweigen umringt weich, weites Land über Hügel, Wald und See, zwischendrin paar Häuser mit Millionen drin. Himmel straff gespannt dieser Tage, zum Zerplatzen blau. Kleineres Warten auf Wolkentage mit schweren hängenden Bäuchen. Heimlicher Triumph, daß es Sommer ist und ein prächtiges Königreich errichtet ist. Kühlendes Schwimmen unter fernen Sternen, alle anderen Vögel schlafen. Dunkle und tiefe Augen rings um Berlin. Daher weiß ich, warum ich hier bin und bleibe.


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