Hoch oben im Sattel

Zurück aus dem Film. Es war anstrengend, doch wir drehen weitere Folgen. Reiten will gelernt sein. Ich saß nur einmal auf einem Pferd, da war ich sechs Jahre alt. Man kann anschließend weder gehen noch sitzen, als Neuling im Sattel. Für einen Western sind Strapazen und Opfer niemals umsonst. Daß die Charaktere zuweilen etwas einfach gestrickt sind, ist genrebedingt. Es lebt von Bewegung und Gegenüberstellung. Die Figuren entsprechen Urbildern der Herausforderung und Bewährung. Da ist Psychologie nicht ausgeschaltet, aber untergeordnet. Das wird als wohltuend empfunden. Bürgerliche Empfindsamkeit, wie sie unsere Zivilisation ausgebrütet hat, wäre angesichts jener Landschaften und zu bewältigenden Aufgaben bestenfalls putzig. Die Rührstücke der Befindlichkeit zählen dort nicht, wo es um Leben und Tod gehen soll. Der ideale Westernheld hat zwar Herkunft, doch ist er sie losgeworden. Sie liegt weitab wie ein zu verschmerzender Verlust. Spielt sich die Vergangenheit ein, bedeutet das selten Gutes. Eine alte Rechnung muß beglichen werden. Ist dies geschehen – Ritt in eine ungewisse Zukunft, neuen Abenteuern entgegen. Die Melancholie solcher Szenen, in denen die Weite der Landschaft der inneren Tiefe des Helden entspricht, ist kaum auszuhalten. Dennoch blickt man mutig nach vorn.


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