Schönes Interview mit Juliette Gréco. Sie erklärt, warum sie ausschließlich Schwarz trägt, was sie Sartre verdankt, wie sie über das Leben denkt. „Auch wenn mein Mann Gérard da ist, bin ich innerlich einsam. Das ist so, seit ich ein Kind war. Ich wollte das so. Ich mag nicht jeden. Ich bin überhaupt nicht mondän. Ich bin wie ein Tier.“ Ein scheues, ein ängstliches Tier. „Wenn die Leute sich bei den Konzerten erheben und mir applaudieren, denke ich, das Meer kommt auf mich zu.“ Die Künstler und Denker, die sie als junge Frau kennenlernte, waren anders als heute „Kämpfernaturen, richtige Krieger. Sie verteidigten ihr Werk mit allen Mitteln.“ Sartre, de Beauvoir, Camus, Giacometti, Merleau-Ponty, Queneau. Sie ließ sich von ihnen alles erklären. „Ich war total ahnungslos, mit mir konnte man alles machen. ich hätte genauso gut eine Karriere als Nutte beginnen können.“ Dann erklärte Sartre ihr eines Tages, sie müsse singen. Sie tat es. „Er hat mir Flügel geschenkt, und ich bin damit losgeflogen.“
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