Ohne auch nur die Spur einer Ahnung

Ich leitete die beste Reisegruppe der Welt. Ich hatte keine Ahnung, sogar die Prospekte waren abhanden gekommen. In meinem Reiseleiterbeutel befand sich nur noch Einwickelpapier einer klebrigen Süßigkeit, Keks-Karamel-Schokolade, dazu ein auseinander geschraubter Kugelschreiber, ein Werbegeschenk. Ich wußte nicht, wohin wir jeweils fuhren. Es ging auch so. Stets stiegen wir irgendwo aus, irgend jemand wußte etwas und sagte es uns. Niemand murrte, alle waren zufrieden. Abends kehrten wir heim und saßen vor unserer Herberge am Feuer und erzählten Geschichten. Einmal mußte ich doch eingreifen, aber da wurde mir sofort geholfen. Ich konnte nicht hören, was ich sprach, ich war taub. Anschließend gab es Beifall, ich lächelte, nickte, setzte mich, konnte wieder hören. Es war wie im Traum, einerseits peinigend, andererseits leicht. Schwierigkeiten waren vorhanden, lösten sich aber wie von selbst, dank der Hilfe meiner Freunde. Die Orte, die wir besuchten, hatte ich nie zuvor betreten, kannte auch nicht ihren Namen. Der Busfahrer wußte Bescheid. Er fand sie für uns. Die Gruppe schwärmte aus, ließ sich lose nieder und war angenehm beschäftigt. Ich erinnere mich an Ruinen und einen blühenden Mandelbaum. Demnach war Frühling. Das Leben konnte beginnen. Nein, es hatte längst begonnen.


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