So oft ich mich nach unten begebe in die tieferen und dunkleren Etagen meiner selbst, komme ich doch jedes Mal erfrischt und geläutert zurück. Liegt dort unten tatsächlich Proviant? Ich kann es mir gut vorstellen. War ich dort, habe ich mich erneuert und sehe die Wirklichkeit anders. Sie fühlt sich an: feinstofflich, zart, begehrenswert. Während der Zeit unten fehlen mir Licht und Wärme und ich spüre Lieblosigkeit, falls das das richtige Wort ist. Vermutlich tauche ich ab, um in Ruhe zu sein. Dabei herrschen in mir Unruhe und Untrost. Ich passe dann nicht in die Welt und stoße dauernd an. Den Gesprächen folge ich noch, doch vermag ich nur wenig beizutragen. Als ginge es mich nichts an. Eine Absonderung, nicht für lange Zeit. Schlaf lindert und heilt. Etwas erkenne ich durch diese Abstiege besser: daß die Beziehungen des Menschen vielschichtig sind und seine Valenzen schwanken. Darin liegt kein Makel. Ebbe und Flut folgen einander, auch Hochwasser kommt vor. Deiche kann man reparieren. Ich bin ganz gut eingedeicht, doch zuweilen schwappt etwas hinein, das ich nicht sogleich bewältigen kann. Vermutlich warte ich sogar darauf. Ein weiterer heiterer Sonnentag im Herbst des derzeitigen Lebens. Man sollte mich zum Chefsprecher der Lebens AG machen. Ich erläutere dann, wie es sich wirklich verhalten könnte.
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