Eine ganz spezifische Angst umkreist uns. Sie ist vorsichtig, man könnte sagen feige, wie alle Hyänen. Ich kenne ihren Geruch, ich nehme sie von weitem wahr. Ich bin nicht bewaffnet. Sollte sie sich nähern, werde ich sie mit bloßen Händen erwürgen müssen. Das wird ein Gerangel und Gegurgel. Ich möchte mir das lieber nicht ausmalen. Doch schon tue ich es. Welches Geschöpf ist denn die Angst, sollte sie nicht Hyäne sein? Wer nährt sie und setzt sie in Kraft? Ich denke noch immer, daß Gutes sich auf schlimme Weise äußern muß, wenn andere Wege versperrt sind. Ich möchte sogar über die Angst gut denken, doch vielleicht tue ich das nur, damit sie gut über mich denkt und mich demnach verschont. Allmählich wird unsere Beziehung zu persönlich. Ich werde versuchen müssen, sie loszuwerden. Aber wie stelle ich das an? Laufe ich schnell, ist sie schneller. Bin ich laut, ist sie lauter. Und so fort. Sie läßt sich gar nicht übertrumpfen. Ich glaube nun, daß sie reden möchte. Es bedeutet nicht, daß sie richtig liegt oder Recht hat. Ich lasse sie nun ihr Bekenntnis ablegen, höre wirklich bis zum Ende zu. Sie ist schneller fertig, als ich dachte. Sie weiß einiges aus meiner Vergangenheit und deutet es klar aus. Die Angst meint mich zu kennen, besser als ich selbst mich kennen kann. Das gestehe ich ihr zu. Sie ist spürsinnig wie niemand sonst. Sie ist ein Bluthund, wäre sie nicht Hyäne, also vorsichtig und feige. Sie belauert mich. Sie kann warten. Ich möchte die Rollen tauschen. Nun warte ich, nun ist die Zeit auf meiner Seite. Ich belauere sie, erwarte sie, heiße sie willkommen, wenn sie endlich sich zeigt. Sie wirkt schüchtern, so von nahem. Ich mag sie.
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