Leise rieselt

Der frostige, pulvrige Schnee unter den Sohlen klingt. Er knurpst. Ich habe Schritt für Schritt zugehört und überlegt, ob er nicht knartscht. Das ist zu untersuchen. Spuren im Schnee, nachts. Ich sehe mich um: Die Fußabdrücke führen zu mir. Meine Vergangenheit kommt auf mich zu. Neuer Schnee, soeben gefallen, blütenfrisch und kristallin, eine Kostbarkeit, so verehrenswert wie vergänglich, eine Ausschüttung winzig kleiner Veranschaulichungen des Glücks. Mittags fuhr ich in der Vorortbahn. Wie geträumt trafen schwebend die Boten des Winters ein, in Flocken. Eine natürliche Geste der Verzauberung, als seien wir Kinder und frohen Herzens. Die greise Haut der strengen Wohnhäuser aus den Zeitaltern brüchiger Ehrbarkeit belebte sich. Auf einem Bahnsteig mußte jeden Augenblick jemand lächeln, ich war mir dessen gewiß. Als es ausblieb, Station für Station, lächelte ich in mich hinein, damit es da sei. Der Wetterbericht ist ein Frohlocken auf anderer Frequenz. Der Wunsch meines Vaters: Morgen sind wir ganz und gar eingeschneit und bleiben zuhause.


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