„… was es war? Der Fall eines Meteoriten? Der Besuch von Bewohnern des menschlichen Kosmos? Wie auch immer, in unserem kleinen Land entstand das Wunder aller Wunder – die ZONE. Wir schickten sofort Truppen hin. Sie kamen nicht zurück. Da umzingeln wir die ZONE mit Polizeikordons und haben wahrscheinlich recht daran getan … im übrigen – ich weiß nicht, ich weiß nicht … “ Eingangstafel zu Stalker (1979) von Andrei Tarkowski.
Die Zone – radioaktiv verseucht? Jedenfalls von allen verlassen, ein grün wuchernder Todesort, ein aussortiertes Stück Landschaft, polizeilich und wissenschaftlich überwacht. Betreten strengstens verboten. Streng genug, um Neugier zu entfachen und Phantasien zu entzünden. Ohne einen Ortskundigen ist der Trip tödlich. Wer hinein möchte, benötigt einen Stalker, der als einziger weiß oder ahnen kann, welche Regeln dort jeweils herrschen.
Der Film adaptiert Ideen aus dem Roman Picknick am Wegesrand (1971) der Brüder Arkadi und Boris Strugazki. Sie schrieben auch das Drehbuch für Tarkowskis Vision. Stalker sind eigentlich illegale Schatzsucher, die in der Zone nach Artefakten, die entweder besonders nützlich oder todbringend gefährlich sind, suchen. Tarkowski schneidet aus der Vorlage alles Erklärende heraus. Sein Stalker ist ein Pfadfinder, ein ehrfürchtiger Wanderer.
Der Stalker hat den Auftrag, zwei Männer illegal in die Zone zu bringen und sie dort zum Raum der Wünsche zu führen. Der eine der beiden ist „der Schriftsteller“, der andere „der Professor“. Der Raum der Wünsche ist ihnen aus unterschiedlichen Gründen wichtig. Dieser möchte ihn zerstören, jener dort seine Inspiration wiederfinden. Die Wanderung durch einen Raum jenseits bekannter Logik beginnt.
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