Auf große Fahrt

Das Schiff legte ab. Ich lief zur Kaimauer, sah ihm nach. Ich hätte es nur schwer noch erreichen können, wäre naß geworden bei dem Versuch. Den Koffer hielt ich in der Hand, setzte ihn nun ab. Ein alter Segeltuchkoffer, gute Qualität. Zwischen den Pflastersteinen lagen Zigarettenstummel. Meine Schuhe standen neben ihnen wie mächtige, gut geschnittene Fahrzeuge. Die Kippen waren die Ertrunkenen oder stellten die Schiffbrüchigen dar. Der Koffer war der große Kreuzer, meine Schuhe nur kleinere Rettungsboote. Das Pflaster war grau wie das weite Meer und glänzte sogar. Ein Abschiedsgruß kam von draußen, die Schiffsirene tutete. Die Angehörigen sahen dem Kreuzfahrtschiff bewundernd und sehnsüchtig nach, weiß und rein und schön, wie es hinausglitt in die Ferne. Es stieß Rauch aus zum Zeichen seiner Kraft und zur Ehre der Verbrennungsmaschinen. Mein Koffer blieb aufrecht stehen, auch die Kippen bewegten sich nicht. Ich war so etwas wie Gott oder Schicksal in dieser Miniatur und sollte entscheiden. Ich entschied, daß die Kippen Tote seien, die zu bestatten uns nicht aufgegeben sei. (Wir waren die Leute im Umkreis des erzwungenen Stillstands.) Vielmehr habe der Kreuzer Fahrt aufzunehmen, um innerhalb der nächsten Stunden oder Tage einen Hafen zu erreichen. Die Richtung wurde kurz darauf durchgegeben und stimmte überein mit allen mir bekannten Berechnungen. Deshalb war ich überrascht.


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