Aus dem Norden schicken sie kalte Polarluft. Die Sonne steht bereits so hoch wie im August. Die Meere erwärmen sich langsam. Die frischen kleinen Grashalme bewegt der Wind. Die Spaziergänger tragen gesteppte Winterjacken und Wollmützen. Das Licht ist hell und freundlich. Der Ofen ist geheizt, der Kaffee schmeckt ausgezeichnet. Die Rose in der flaschengrünen Vase hat keine Dornen und duftet nicht. Der Aktenordner ist leer. Die Papiere auf dem Boden sind Abrechnungen. Der Totenkopf auf dem schmalen und hohen Regal ist aus Ton. In der linken Augenhöhle steckt eine alte Rosenblüte. Ob sie einmal geduftet hat, weiß ich nicht. Ich sitze im Bett und denke an Amsterdam. Der Blick auf die Gracht von oben, aus einem dieser schmalen Häuser heraus. Nicht weit von dort war ein Café. Ich rauchte damals noch. Fahrt ans Meer durch eine öde, komplett zersiedelte Landschaft voller Einfamilienhäuser. Dann war da ein Strand, es gab Wind und Wasser, gebührenpflichtige Parkplätze in den Dünen. Ich fühlte mich einsam. Es war grau an jenem Tag. Auch in mir war es grau. Es sollte schön dort sein, war es aber nicht, nur unfaßbar trostlos. Solche Tage und Anblicke soll man nicht aufhalten, man muß sie durchlassen. Ich sitze in meinem Bett und denke nicht mehr an damals. Ich denke an einen Spaziergang durch die sonnigen Straßen von Berlin.
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