Der innere Zusammenhang von leicht und schwer. Leichte und schwere Stunden, Tage, Wochen, Jahre. Fortgesetzte Sehnsucht nach Leichtigkeit, doch viel Boden unter den Füßen. Der klebt an den Sohlen, besteht aus feuchtschwerer Heimaterde und dem Schmutz der Straßen. (Wie ein Mensch auf dem Mond mit Spezialschuhen.) Das hält irdisch. Ich flöge sonst davon. Tage innerer Erschöpfung. Ich denke und fühle zu viel und verliere die Kontrolle über die Mitwirkenden meines Bewußtseinstheaters. Nun erscheint die Sonne und drückt von außen gegen die Wand. Ich bin ihr nicht gewachsen und verstecke mich. Das habe ich mir angewöhnt in manchen Jahren. Einer der unbekannten Nachbarn spielt Musik dort draußen im grünen Hof für alle und läßt seine Seele klingen. Sie klingt nach der Rückkehr des psychedelischen Jahrzehnts. Ich finde einen Zettel, auf dem habe ich vor einigen Wochen notiert: „Alles in allem halte ich mein Leben für gelungen.“ Das freut mich. Wohl dem, der solches von sich zu sagen vermag. „Es fehlt zwar an allen Ecken und Enden“, steht dort weiter, „aber …“ Es folgen keine näheren Ausführungen, zum Glück. Ich solle mich um mehr Objektivität bemühen, rät das Horoskop. Es enthält alle Wahrheiten über mich, eine jener Figuren, „die von einem verlegenen Erklärungszwang und größenwahnsinnigen Erklärungsrausch getrieben sind, wie ihn so nur Deutsche kennen.“ Dieses Zitat stammt aus einer Besprechung von Cate Blanchetts Darstellung der Lotte in Botho Strauß‘ Stück Groß und klein. Der Autor der Zeilen, Peter Kümmel, schreibt über Lotte: „Ihr Leben ist ein Fest, zu dem alle eingeladen sind, aber es wird von allen boykottiert.“ Das ist bitter, aber ich verstehe sofort.
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