Durch den Frühling ins Ziel ohne Worte

Selten bin ich derart unbeholfen, verstört und tölpelhaft in einen Frühling gestolpert. War der Winter nicht kalt genug? Habe ich heilige Gesetze verletzt? Ich robbe über den Sand aus dem Meer, aber ich bin keine Robbe und schwimme auch nicht gern. Es gibt gar kein Bild, das mir paßt. Ich laufe durch die Jahre und suche einen Rahmen, gehe aber immer nur durch Türen und Tore. Eine Flucht der Räume in voller Doppeldeutigkeit. Dies ist auch gar keine Klage, sondern reinste Beschreibung. Andere sind früh eingezwängt in einem Bild, auf dem sie der kleine Schoßhund sind oder ein Haar auf dem Haupte des Senators. Es ist ganz gut, sich nicht zu früh feststellen zu lassen. Der Stillstand träumt von Bewegung, die Bewegung erhofft ein Ziel. Dort angekommen geschieht sonstwas. Ich weiß es nicht, ich habe noch nie ein Ziel erreicht. Vermutlich stelle ich mir unter Ziel sonstwas vor, etwas Großes und Kostbares und Entferntes, damit ich es fürchten und ersehnen kann. Ich wurde einige Male bereits gefragt, was ich eigentlich will: Was willst du eigentlich? Ich wollte antworten, doch dann wußte ich, daß das in Worten nicht funktioniert. Hätte ich geantwortet, daß ich es nicht weiß, hätte ich gelogen. Ich weiß es, aber ich kann es nicht in Worte fassen. Das ist alles.


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