Die drei demolierten Kleinwagen stehen weiterhin entlang der Linie ihrer teuren Begegnung und Verschlingung. Einer der Wagen hat ein französisches Kennzeichen, der zweite ist in der Uckermark gemeldet, der dritte trägt das dicke B. Weiterhin beschäftigen diese notdürftig abgestellten Wracks die Passanten und mich. „Don’t let me die in an automobile / I wanna lie in an open field / Want the snakes to suck my skin / Want the worms to be my friends / Want the birds to eat my eyes / As here I lie / The clouds fly by.“ Nur ein Unfall. Nur. Keiner tot, alle dürfen bleiben. Dürfen. Bleiben. Der Schaden kostet Geld. Geld wechselt die Besitzer. Was dieser heute ausgibt, hat er jenem abgenommen. Ist einer reich, hat er vielen etwas abgenommen, wofür auch immer. Nicht weit vom Unfallort steht ein romantischer Bus, angemalt und beschriftet mit Parolen. GROSSKONZERNE BOYKOTTIEREN. CHANGE NOW. FARBE BEKENNEN. Auf der Heckpartie des Transporters noch größer: FRIEDEN. Wie das funktionieren soll, ist der geheimnisvolle Kern dieses Bekenntnisbusses in der Tradition der Merry Prangsters: Frieden zu halten oder zu schaffen, indem wir boykottieren, den Wechsel erstreiten und dabei die richtige Seite wählen. Der endgültige Frieden in einer vorläufigen Wirklichkeit, die sich nicht verhält, wie sie sich verhalten und gestalten wollte. Kinderfragen werden erneuert. Wem gehört was und warum? Wessen Interessen schützt wer? Liegt unsere Sache in guten Händen, wenn sie jenen übergeben wird, die der politischen Klasse angehören? Wer vermag treuhänderisch mit unseren Interessen umzugehen, wenn es die politischen Repräsentanten, die sich in Wahlvereinen organisiert haben, nicht vermögen? Wer sind WIR? Und wer schlägt sich eben ins Gebüsch, da er nicht mehr dazu gezählt werden möchte – DAS nicht mehr nötig hat? Ein Abend der Fragen angesichts der Wracks und eines Kleinbusses der Erlösung.
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