In langen Zügen

Grauer, schläfriger Tag. Die Sonne ruht nicht hinter Wolken, doch es wirkt so. Zauberhaft, hier zu sitzen und kleine vieldeutige Zeichen aneinander zu reihen, die in dieser Reihenfolge verbunden und gelesen einen möglichen Sinn ergeben. Neben mir steht die weißblaue Kaffeetasse, die ich im letzten Sommer geschenkt bekommen habe. Die Rosen in voller Blüte, die Gräser schießen in die Höhe, eine Distel schmückt das Beet. Angekommen ohne zu fragen. Heute ist ein Tag, um in einer fremden Stadt in ein Kaffeehaus zu gehen und den Einheimischen zuzusehen, wie sie sich geben und was sie von sich halten. Ein Tag für die Gemäldegalerie oder ein Buch über den schönen Müßiggang. Wieviel Raum gebe ich einem Buch und wie gelingt es mir, den Sätzen Zug für Zug zu folgen, als sei ich ein Schwimmer und unter mir läge ein Ozean der Tiefe?


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