Ob ein zugeschlagenes Buch auf der Fensterbank träumt? Vielleicht ist das zu rilkemäßig, zu impressionistisch. Andererseits weiß niemand, was in einem Buch vor sich geht, nachdem es zugeschlagen wurde. Was geschieht, wenn es geöffnet wird, kennt dagegen jeder. Jedenfalls lag dort ein Buch, und ich bin mir nicht sicher, ob es träumte, während es schlief. In dem Raum war alles träumerisch, morbide und kostbar. Die Kerzenflammen standen bewegungslos in der Luft, es ging kein Hauch, oder es ging ein Hauch, doch die Flammen hatten nichts mit ihm tun. Der Barmann gab sich Mühe, unbeteiligt zu erscheinen. Kein Wunder, er war umgeben von Toten, wahrscheinlich selbst nicht mehr am Leben. Die Gäste waren Teil einer Vorstellung, an der ich mitwirken durfte. Sie hieß: sitzen und reden. Als ich aufstand und mich umsah, erkannte ich das Ausmaß der Verstörung. Das Parallele der Welten und ihrer Wirklichkeiten. Auf der Toilette setzte sich das Verwirrspiel fort. Da stand etwas mit mir im Raum, stand in jedem Raum, sogar in den Fluren stand es und ließ sich fast schon fassen, wollte berührt werden und nicht gesagt. Deshalb sollte ich schweigen. Was anderen ein Glaube ist, ist mir die Welt.
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