Er wirkte sehr aufgeregt, etwas erinnerte an eine Wespe. Es schien, als müsse man ihn gewaltsam zurückhalten, daß er nicht während der laufenden Pressekonferenz seinem Gegner ins Gesicht springt. Seine Flüche und Drohungen prasselten auf den armen Herausforderer, der die bodenlose Frechheit besaß, gegen ihn, der sich selbst der Größte nannte, antreten zu wollen. Stieß er nicht auch Verwünschungen aus? Er zog seine Show ab, viele Jahre lang, Muhammad Ali. Ich war ein Kind, sah das im Fernsehen und empfand – Mitleid. Ich schämte mich für ihn: daß er es nötig hatte, auf eine derart schäbige Weise zu agieren. Ich verstand nicht, wie ein Mensch sich selbst vergöttern konnte. Was hatte man ihm getan? Das Interessante bestand darin, daß es einen wie ihn gab. Daß einer sich nicht einfügte, daß jemand lauthals Klage erhob. Daß es zur Inszenierung gehörte, daß er sich erfolgreich vermarktete, daß er das Erwartbare tat, wußte ich nicht. Für mich war alles echt, und es erschreckte mich. Wenn er dann boxte, sah man die Herablassung, mit der er seinen Gegner behandelte. Er führte ihn vor, tanzte ihn aus, ließ ihn wie einen Dorfdeppen aussehen. Sein wichtigstes Stilmittel war diese unfaßbare Arroganz. Seine Bewegungen waren elegant, die Schläge erfolgten blitzschnell. Daß er den Kriegsdienst in Vietnam verweigert hatte, wußte ich damals nicht. Daß er seinen Geburtsnamen als den eines Sklaven ansah und deshalb abgelegte, ebenfalls nicht. Auf einen wie Ali kommen zehn Millionen, die sich verstecken und deren Klage ungehört bleibt.
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