Im Schlaf möchte ich die Nacht hören. Weite und Entlastung ist darin, ein Ausruhen vor dem Tag, dem Einschlag der Uhren und dem Punkten auf Zeit. Die Nachtjäger sind unterwegs mit große Pupillen und mächtigen Krallen. Der seltener beobachtete Teil des Lebenmordens. Leben tötet. Das mag man nicht hören. Sentimentalität gedeiht im Schutz hoher Mauern. Ich werde nächstens den Konservativen etwas schreiben, deren Reservatsmentalität mir auf die Nerven fällt, und gleich anschließend den Progressiven, deren dauernder Blumenneu- und -endlichgutanfang mich hilflos rührt. Ich weiß nicht, was Leben ist. Ich bin noch damit beschäftigt. Während ich drin bin, kann ich nicht draußen sein. Ich kenne die Friedenssehnsucht, ich liebe die Stille, das hörbare Atmen und das freundliche und aufmerksame Miteinander und Füreinander der Leute. Wir können gemeinsam Gutes tun und erreichen. Ich kenne den Streit und den Haß, der plötzlich aufschießt wie aus dem Nichts und um sich vieles verbrennt. Ich habe schon gesagt (behauptet), „der Mensch“ sei nicht friedensfähig. Denn die gute ist die eigene Sache. Exakt an diesem Punkt liegt das Problem, insonders jener, die „Idealisten“ sind. Es scheint zu schlafen, das kleine niedliche Problem der eigenen Rechtfertigung. Es ist ein Kätzchen, es schnurrt. Doch dann steht es auf, krümmt den Rücken, sträubt das Fell und springt dich an, mich an, irgendwen. Im Schlaf möchte ich die Nacht hören, den Prankenschlag der niedlichen Katze, ihr Reißen des Opfers, das Öffnen des Fells, die Bisse, das Schlingen und Würgen, das Zerknurpsen der Knochenbarrieren. Solches geschah unter meinem Bett nächtens, während ich zu schlafen versuchte, denn die Katze war unterwegs gewesen und folgte ihrer Lustpflicht oder Pflichtlust. Walt Disney hat das verstanden. Niedlich ist gar nichts, auch wenn es so scheint.
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