Lange Reise ohne Erinnerung

Die Idee, daß wir aus der Vollkommenheit stammen, uns aber unter den Bedingungen und inmitten der Bedingtheiten des Irdischen zurechtzufinden haben, erklärt manches. An Kindern läßt sich gut beobachten, wie es sie stört und wie sie beleidigt reagieren, wenn man sie herausreißt aus der Sphäre des zeitvergessenen Spiels und der Tagträumerei. Daß man zur Schule gehen muß … Die Gesellschaft ruft – sie will haben, formen, abrichten, einspannen, bestimmen. Was wäre anders, wenn wir wüßten, woher wir kommen? … Die lange Reise bis zur Geburt, die Unterkunft im Innern eines Körpers, das entsetzte Staunen nach der Geburt. Die Schmach, buchstäblich nichts mehr zu können, außer Greifen und Saugen. Alles vergessen … Aus dieser Verstörung arbeitet man sich ein Leben lang heraus, meine ich, und wandelt durch die Installationen des vermeintlich Wirklichen und spricht mit, als sei das etwas. Ich weiß nicht, wieviel Interesse gefordert wird. Aber ab und zu war ich schon an dem Punkt, an dem es ein wenig Spaß gemacht hat, hier und jetzt zu sein. Diese Punkte suche ich wie ein Gefangener der Goldenen Zeit, den es verschlagen hat in die Gefilde des schwer erkämpften Sinns. Diese Punkte sind die Löcher in der Wand, durch die ich entkommen kann. Manchmal versuche ich mich hier zu erinnern, wie es dort war.


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