Wenn ein Tag beginnt, singen die Vögel. Dann ist es eines Morgens ruhig, mitten im Juli. Die Arbeit ist getan, die Paarung ging vonstatten, die Reviere wurden verteidigt. Die Kinder wachsen heran und lernen fliegen. In den Himmel hinauf, aber nicht zu weit, nicht zu hoch. Jemand nannte diese Zeit „das große Schweigen“. Er wußte alles über die Vögel seiner Heimat, die Wissenschaftler fragten bei ihm an, wenn sie nicht weiter wußten. Er hatte das nicht studiert, sondern beobachtet, war selbst so etwas wie ein Vogel geworden auf seinen Streifzügen durch Feld, Wald und Moor. Ein seltsamer Vogel ohne Schwingen und Federkleid. Er sagte mir, daß er mit Menschen wenig zu tun habe. Ihre Wirklichkeiten interessierten ihn nicht, er wußte kaum, was mit ihnen anzufangen sei. Mit mir sprach er, weil wir uns am Schilfgürtel auf dem Damm begegneten und ich ein Wanderer war, ein „Einzelgänger“ wie er. Während wir ein gemeinsames Wegstück zurücklegten, deutete er immer wieder in die Luft oder zeigte auf ein Gebüsch und nannte einen schönen Namen. Er ging davon aus, daß mich das freue. Und das das tat es auch.
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