Die Stadt wirkt so leer. Ein Nachbar bringt den Müll raus und steht etwas verloren neben der großen schwarzen Rolltonne unter dem verblühten Fliederbusch. Als seien wir der traurige Rest, als habe man uns vergessen. Ich schrecke das Frühstücksei ab und laufe auf Socken durch die Zimmer und suche etwas. Das Ei muß noch abkühlen, dann kommt es in Scheiben aufs Brot. Gestern habe ich einen Ausflug in die Müggelberge gemacht. Zuletzt gab es sogar einen Aufstieg. Stünden die Bäume nicht im Weg, es gäbe von dort oben prächtige Aussicht auf Berlin und die südlichen Seen. Am Langen See standen Kerzen und frische Blumen an einem mächtigen Eichenstamm. An einem starken Ast hing eine Laterne, baumelte eine selbstgebastelte Puppe mit Fadenbeinchen und angenähten oder aufgeklebten Flügeln. Neben der Vase lagen in einer Wurzelhöhle bemalte Steinchen, groß wie Handschmeichler, auf einem von ihnen ein Herz. Eine ältere Dame erklärte mir, daß die Jugendlichen gern von diesen Bäumen ins Wasser springen. Ein Unfall, ja, vielleicht. Oder der Lieblingsplatz von Freunden. Daher die Laterne, damit sie oder er nachts den Weg findet. Das Gespräch geht weiter, nur daß einer schweigt.
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