Selbstbewußtsein

Manche Menschen haben ein so schönes Selbstbewußtsein, daß ich mich gern neben sie stellen und davon etwas abbekommen möchte. Sie lassen sich nicht irritieren, gehen die Dinge in ihrem Tempo und nach Maßgabe ihrer Vernunft an. Wenn sie etwas nicht können, sagen sie: Ich kann das nicht. Wenn sie etwas können, tun sie es. Wenn sie es noch nicht können, eignen sie es sich an. Sie sind kaum zu schrecken, denn was sollte einen schrecken, wenn man so gut und sicher im Leben steht? Etwas nährt die Zweifel in uns, Tag für Tag, und kaum jemand sagt etwas Aufmunterndes oder Anerkennendes. Dich hat man noch nicht kaputt gemacht, sagte einmal eine sehr ferne Tante zu mir. Da war ich achtzehn und nicht ganz sicher, ob sie sich nicht gewaltig irrte. Seitdem ist eine Menge Wasser die Flüsse hinunter ins Meer geflossen. Ich hatte gestern eine Begegnung mit dem schönen Selbstbewußtsein und weiß nun, wie sich das anfühlt, wenn man daneben steht.


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