Nachts noch

Allmählich kehren alle heim. Sommer ist die Fernzeit. Jeder bringt Geschichten mit und schaut verändert aus. Als könne man sich ändern irgendwo sonst, also überall. Ein wenig noch die Hitze hier, wie eine schwere Schleppe hängt sie sich an die letzten Tage des August. Eine Art Wind wirbelt die Lindenblätter aufs Pflaster, einen Hauch lang. Westwärts Gewitterfronten und Zusammenstöße, in Lichtgeschwindigkeit erscheinen die Blitze an der Hauswand gegenüber, während wir einen alten Mann verarzten, der schon weiß, daß er gehen muß. Er stänkert herum, als sei es Lebensbeweis genug, andere noch stören zu können. Dann geht er, das Gewitter bleibt aus, es kommt nicht zum Kampf. Man soll sich nicht vom Urteil anderer abhängig machen, dann droht Erpressung. Noch immer Hochsommer, es bleibt warm. Nächster Tage dann ein Schimmer in der Luft, das Milchige. Die Nächte werden kühler. Das ist die schönste Zeit, wenn wir mild werden und ein guter Schmerz das Herz versehrt. Die Tage werden kostbar, man möchte sie halten und nicht mehr lassen. Doch auch sie sollen fort.


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