Sterben lassen

Manchmal stirbt etwas in einem. Das alte Leben verabschiedet sich. Manchmal will es nicht gehen, macht Krawall, erzeugt Beschwerden. Dann suchen die Ärzte und finden nichts. Die Materie schreit auf, denn sie ist unschuldig. Der Geist vergewaltigt die Sinne und mißhandelt den Leib. Er straft und richtet sich gegen jene, die ihn halten und tragen. Dann ist die Zeit der Befreiung gekommen. Das geht nicht ohne Schmerz. Gestaltwandel, Neugeburt. Die Larve liegt im Staub, die Schlange hat sich gehäutet, die Sonne scheint hell auf blasse Haut. Vorsichtig die ersten Schritte setzen, noch wacklig auf den Beinen. Laufen lernen wie ein Kind, leise staunen. Es gibt unendlich viel.


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