Was schlimm ist

Was schlimm ist: über das Banale zu schreiben und es auszubreiten, bis es überall ist und an allem klebt und schon anfängt zu riechen. (Es ist nicht schwer, das Banale zu sehen. Das tut jeder.) Wenn man gar nichts Schönes mehr bemerkt und darüber in eine Art Wutzustand gerät, in dem buchstäblich alles runtergeputzt wird. (Als sei das, was da ist, dazu bestimmt, erniedrigt zu werden.) Wenn man schreiben will, aber nichts zu sagen hat. Wenn die Welt spricht, aber ganz sicher nicht durch dich. Wenn man etwas liest, das noch langweiliger ist als das Banale. Wenn sich die Frage stellt, ob der Autor wirklich nur das Kümmerliche wahrnimmt, von dem er schreibt, und seine Freunde und Fremden so sieht, wie ich es lesen muß. Wenn da jammervolle Armut herrscht, wenn da fast nichts ist, und das Wenige, das geblieben ist, bereits ganz zerkaut. Besser ist es, sich abzuwenden. Es ist ja gar nicht zu ertragen.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Was schlimm ist

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert