Nach dem 8. November wird eine der beiden Puppen oder einer der beiden Puppenspieler Präsident des – wie man derzeit noch sagt, jedoch nur noch verhalten – mächtigsten Staates der Erde. Beide Puppen oder Puppenspieler haben viel getan, vielleicht alles, daß keine oder keiner der beiden jemals wieder zu Ansehen gelangen wird. Diese Parodie eines Präsidentschaftswahlkampfes schädigt nicht allein den zukünftigen Inhaber, sondern auch das Amt des Präsidenten, „nachhaltig“. Ein Clown im Oval Office, anderenfalls die Widersacherin eines Clowns.
Hierin liegt die historische Mission des Donald Trump: daß er zu Demonstrationszwecken solches anrichtet. Die Kandidatenkonstellation deckt die Ohnmacht und Hilflosigkeit einer abgewirtschafteten politischen Klasse auf, die darauf zu warten scheint, daß man sie abserviert und in den Müll kehrt. Der Kandidatenpuppe der Republikanischen Partei ist Politik nämlich scheißegal. Sie lehnt sie (wie andere Unternehmer auch) rundheraus ab. Diese „Haltung“ macht sie jenem Teil der Wahlbevölkerung sympathisch, der seit jeher weiß, daß „die da oben“ nur „lügen und betrügen“. Der Puppenspieler sieht sich als Macher; er möchte billig Anweisungen geben und sich für seine Heldentaten anschließend teuer feiern lassen. Der Name der Puppe kann gar nicht oft genug genannt werden. Gebäude und Institutionen tragen ihn oder mögen es tun, später vielleicht eine Siedlung des Menschen im Weltraum. Unten ist unten, aber oben ist schon lange nicht mehr Gott.
Die Kandidatenpuppe der Demokraten hat sich vom Puppenspieler der Republikaner ins Puppenspiel ziehen lassen. Sie spielt unablässig nach seinen Regeln, und die Puppenspielerin kann nichts dagegen tun. Ihre kostbaren und auf Gefälligkeiten beruhenden Verbindungen in die „höheren Kreise“, denen sie sich selbst zuzurechnen gewohnt ist, sind mit einem Mal nicht mehr viel wert. Sie kann sich das gewünschte Ergebnis nicht organisieren. Sie spielt um ihr Leben, das sieht man der Puppe an. Sie grimassiert; sie gibt sich locker wie eine Großmutter, die bei den Enkeln punkten muß. Aber niemand sagt: Oma ist cool. Ihre Puppe sollte eigentlich für Inhalte stehen – auch für jene Inhalte, die das außenpolitische Mißgeschick der USA ausmachen.
Für den Puppenspieler der Republikaner ist Hillary Clinton ein gefundenes Fressen. Sie wirkt verwöhnt und eingebildet, pseudo-engagiert und angestrengt (verheuchelt) moralisch. Als Puppe ist sie wie gemacht, um vorgeführt zu werden von einem, dessen Puppe noch schlimmer frisiert ist und vulgär und pöbelgerecht aufzutreten vermag. Die Trump-Puppe beherrscht den Klartext-Sound der Straße und der Baustellen. Der Clinton-Puppe merkt man die schlechte Gesellschaft der Upper East Side an, das Ich-hasse-dich-Lächeln der Erfolgreichen. Sie kann nicht volkstümlich, denn sie ist es nicht. Beide Puppenspieler kommen aus New York, doch nur der Frau wird das angelastet.
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