Frostnacht und die Spuren

Nur noch wenige hundert Meter bis nach Hause. Die Nacht ist kalt, Rauhreif liegt auf den Gehwegplatten, glitzert auf dem Lack und den Scheiben der abgestellten Wagen. Ich bin nicht allein unterwegs, meinen Weg kreuzt ein Fuchs. Hochbeinig und federnd trabt er durch die verlassene Seitenstraße und läßt sich durch die Begegnung nicht beirren, beschleunigt nicht, folgt lässig seiner Linie. Es ist lange her, daß ich einen der klugen Füchse sah. Ich habe sie vermißt. Dieser Fuchs ist besonders schön, sein helles Fell glänzt, die Rute ist an der Spitze weiß und leuchtet. Ich sage etwas, vermutlich sinnlos, aber ich tue es dennoch. Auch ich gehe weiter, als sei es eine ganz normale Begegnung, als begegneten wir uns regelmäßig. Er auf seinen, ich auf meinen Wegen. Doch manchmal vergesse ich die Tiere, und das fällt mir jetzt auf. Sie sind ja auch noch da. Das tröstet, wenn die Menschen sich eigenartig zu benehmen beginnen oder törichte Dinge tun. Das geschieht meist dann, wenn sie nicht mehr recht wissen. „Leben ernährt sich von Leben, du kannst es drehen, wie du willst“, sagte der Mann, mit dem ich mich über Arten der unsichtbaren und offiziell unerkennbaren Verbundenheit unterhielt.


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