Große Stadt 1: Ja, aber

Eine Freundin wies mich darauf hin, daß die Fahrgäste in den Bahnen ausgezehrt und unwirklich wirkten, als bestünden sie nur noch aus den Hüllen ihrer einstigen Persönlichkeit oder seien schon gar keine Menschen mehr, sondern Gespenster. Das war streng geurteilt, aber gut beobachtet. Es mag am Untergrund liegen, durch den wir brausen – daß er deformiert und uns etwas raubt. Ein übriges tut die große Stadt, die ihren Bewohnern ein anonymes Verhalten antrainiert. Die starren Gesichter der Städter: als seien sie Automaten und eilten seelenlos durch Landschaften aus Stein, Stahl, Glas und Kunststoff. Bei Grün bitte gehen, bei Rot stehen. Aber auch das Erblühen eines Gesichts, wenn jemand Bekanntes aus der Menge auftaucht wie ein Wunder. Als taute Gefrorenes von einem Augenblick zum anderen auf.


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