U7

Es war nicht sehr spät, und wir fuhren nach Hause. Das Licht im Waggon war das gewöhnliche. Andere hatten sich verabredet und fuhren nun dorthin, wo es einen Film zu sehen oder eine Bar zu besuchen gilt. Gemeinsam fuhren wir durch den Untergrund, und es war sehr friedlich in der Bahn, fast besinnlich. Manche verließen uns, andere kamen hinzu. Es ist Winter, die Menschen sind eher still und auch langsam. Warum wir eine Gemeinschaft bildeten, weiß ich nicht. Immerhin fuhren wir am selben Abend in derselben Bahn eine gewisse Strecke. Deshalb saßen oder standen wir dort. Ich beobachtete meine Mitreisenden, sie gefielen mir. Etwas anderes noch verband uns, das war zu spüren. Ich dachte, es ist Liebe. Nicht eine des Kennens, sondern eine des Vertrauens in ein Unbekanntes ohne Namen oder Begründung. Leise gingen die Gespräche derer, die sich unterhielten. Andere lasen oder belächelten Neuigkeiten auf ihren kleinen Bildschirmen. Vielleicht halten wir zusammen, wenn es eng wird oder gefährlich in der Welt, dachte ich und fühlte mich geborgen unter Fremden. Leider mußte ich aussteigen, ich wäre gern noch weiter gefahren in diesem Zug.


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