Das Leben eines Menschen zerteilen in Funktionen, diese Funktionen mit Bewertungen versehen, die Bewertungen addieren und durch die Anzahl der Funktionen dividieren, ergibt was? Richtig, den Wert eines Menschen, ganz einfach. Ich bin beim nochmaligen Lesen der denkwürdigen Sätze des Sportvorstandes über das Wort „Vorbildfunktion“ gestolpert. Was soll das denn bitte sein? Besser wäre es, der Sprecher dächte erst und spräche dann. Ich tue das an seiner Stelle und komme mit diesem Wort nicht weit, beim besten Willen nicht. Bestellt man die, kann man die an- und ausschalten oder ist die immer an? Steht etwas über diese Funktion im Vertrag des Spielers, ist er also vertraglich verpflichtet, ein Vorbild zu sein? Und nützt es etwas, wenn die Fußballer aller nennenswerten Ligen Vorbildfunktionen erfüllen? Sind sie dann allein deshalb, weil sie dieser ominösen Funktion nachkommen, tatsächlich Vorbild für – sagen wir: Jüngere, sagen wir: für Leute, die Vorbilder benötigen? Ich sagte ja bereits: Ich komme mit dieser Sache nicht weiter, ich habe keine Ahnung, wovon die Rede ist. Gestern konnte ich über diesen Satz des Sprechers hinweglesen, wie über jegliche Leer- und Blasensprache, heute nehme ich ihn beim Wort. Nein, ich tue das nicht, ich habe anderes zu arbeiten. Übrigens gibt es Menschen nur ganz und unzerteilt.
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