Während die einen nicht mehr wissen, was sie sich wünschen können, laufen die anderen herum und betteln um einen Apfel oder eine kleine Spende. Räumlich sind beide Gruppen eng vereint, nur daß sie nichts voneinander wissen. „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ (Kant). Was also trennt die einen von den anderen? Warum finden sie sich nicht? Was wäre zu tun, damit sie sich finden? Wir leben nicht im Feudalismus, niemand ist erhaben. Der Adel hat abgedankt, das Geld ist ein Mittel, kaum mehr. Es gibt keine Unberührbaren, wir kennen keine Kasten. Wir leben in einer klassenlosen Gesellschaft, wurde gesagt. Das müßte sich doch irgendwo zeigen lassen, damit es nicht Behauptung bleibt. Demnach wäre die soziale Frage geklärt, denn offenbar stellt sie sich nicht, jedenfalls nicht dringend. Oder traut sich niemand, sie zu stellen? Doch, einer ist nun aufgetaucht und darf sich trauen. Er muß sich trauen, denn er möchte der nächste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden. Da ich ihn nicht kenne, kann ich wenig über ihn sagen, eigentlich nichts. Ich kehre demnach zurück zu meiner Anfangsfrage: Warum kennen sie sich nicht, warum finden sie sich nicht? Sie sind doch demokratisch vereint, sie gehören doch zum Volk, und Volk ist doch wichtig, derzeit jedenfalls (wieder). Was bedeutet denn Kulturgemeinschaft? Das müßte doch mal jemand ausführen können. Wo hat wer seinen Platz und warum? Ich möchte das buchstäblich wissen und einzeln ausgeführt haben, nicht nur allgemein. Denn angeblich gehören wir doch zusammen. Wenn wir zusammen gehören, passen wir doch aufeinander auf. Denn wenn wir nicht aufeinander aufpassen, gehören wir doch nicht mehr zusammen.
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