11-13, 143, 16:3

Ich gebe „Wetter Berlin“ ein und bekomme die Daten. An den folgenden Tagen 11 oder 12 oder 13, dazu die blauen Strichelchen für Regen, eine ganze Woche lang. Mich stört das nicht, ich nehme alles, wie es kommt. Das ist neu, früher konnte ich das nicht. Ich mag den Regen, ich finde es töricht, ein Wetter schlecht zu nennen. Schlecht wäre ein Wetter, das nichts mehr leben läßt, das Dürre brächte oder sintflutartige Regenfälle. Hier bleibt es gemäßigt, das Wetter hat uns zu dem gemacht, was wir sind, es gibt Schlimmeres. Als es vor einer Woche plötzlich warm wurde, drehten die Leute durch. Sie konnten mit einem Mal nicht mehr Auto fahren, auf dem Tempelhofer Feld qualmten 143 Grillfeuer innerhalb der dafür vorgesehenen Bereiche. Auf einem Fuß- und Radweg gerieten Radfahrer und Fußgänger aneinander und beschimpften sich, es droht ein neuer Glaubenskrieg. Wer rollt, kommt schneller ans Ziel; wer geht, sieht mehr. Solche Weisheiten rekrutieren Anhänger. Wie gut, daß die Drachenflieger nun einen eigenen Bereich haben, atmete jemand erleichtert aus. Wenn es kühl bleibt, begegnet man draußen weniger Menschen. Die Freizeitgesellschaft hat etwas Obszönes. Ich wünsche niemandem Übles und bestaune das Engagement. Windgeschwindigkeit 16 km/h, dreimal so schnell wie zu Fuß.


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11-13, 143, 16:3

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