Gisbert zu Knyphausen So seltsam durch die Nacht. „Und wir rauchen immer viel zu viel / Doch wir sehn gut dabei aus / Ja wir tun das mit Stil / Wir warten auf den Anfang der Nacht“.
Wer denkt, es sei schön und beglückend, so jung zu sein, der hat gar keine Ahnung, der muß vergessen oder vergoldet haben. Alles ist neu und fühlt sich schnell schon alt an. Man kann noch gar nichts beurteilen und urteilt pausenlos. Endlose Stunden hinter besonnten Vorhängen, die der Wind leise bewegt. Draußen ist Sommer, da sind die Stimmen, Vögel und Menschen. Wohin mit sich und dem Leben, wer das wüßte oder könnte. Nichts geht vorwärts und keine Geduld, auf etwas zu warten, das niemals kommt.
„Doch im Taumel, da fühlen wir uns wohl / Ein Hoch auf den Alkohol / Komm, einen noch, ich kann dich noch sehn“.
Die sogenannten Räusche, Kater am Morgen, die nächste Party schon in Aussicht. Und dauernd verliebt und zum Platzen voll mit Lust. Unverstanden wie die Welt, die vielen großen Worte und anderen erklären, worum es angeblich geht.
„Und wir labern immer viel zu viel / Doch wir sehn gut dabei aus / Ja, was wir tun, das hat Stil / Doch ich hab Angst vor dem Ende der Nacht / Wenn das Licht uns fängt / Und der Tag uns bloß müde verlacht“.
Angst garantiert, dauernd erschöpft und selbstungewiß bis zum Verschwinden. Jungsein ist eine Quälerei, und meistens dachte ich, daß ich es nicht werde überleben können. Insofern ist vieles erstaunlich für mich.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.