Die abgestellten Dinge

Gegenstände auf dem Trödelmarkt. Was geschieht denn den Dingen, wenn sie altern? Sie veralten, werden ausrangiert und auf den Dachboden getragen, hinunter in den Keller, in die Garage. Sie haben ihren Dienst getan, man kann sie nicht mehr sehen, sie wirken lächerlich und grotesk. Die Zeit ist über sie hinweg gegangen, falls die Zeit so etwas kann; eigentlich sind wir es, die sie aufgegeben haben. Auf dem Flohmarkt sieht man sich wieder. Dort erleben einige der aufgegebenen Dinge eine Renaissance. Man interessiert sich für sie, erachtet sie für einzigartig und kostbar. Das sind die Sammlerstücke und Raritäten. Der Großteil des Angebotenen aber ruft eine instinktive Abwehr, ein gelangweiltes Achselzucken hervor oder erregt eine Art Mitgefühl. Wem gilt dieses Mitgefühl – jener fernen Zeit, in der solches modern war und schön gefunden wurde? mir selbst, da ich einer Zivilisation angehöre, die solche Schauerlichkeiten entwickelt, entworfen und produziert hat? oder ganz allgemein der Vergänglichkeit und dem Verfall der Werte und Stoffe? Ein Trödelmarkt stimmt überwiegend traurig.

 


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