Wörter sind – alles in allem – recht ungenau gehalten. Was sie bezeichnen, wird allenfalls berührt, aber nicht gefaßt. Ich habe mich heute vergeblich bemüht, einen gewissen Zustand zu beschreiben. Das Beschreiben mißlang, also versuchte ich es mit einer Umschreibung. Kaum hatte ich die einfallenden Wörter entlassen, erschienen sie mir unangemessen und grob. In ihrer Folge wiesen sie in eine völlig andere Richtung. So ergeht es mir mit dem Sprechen, zuvorderst mit dem Aussagen und Aussprechen von etwas. Kaum höre ich, was ich sage, möchte ich mich vom Gesagten abwenden. Verlangt wird jedoch, daß ich zu dem Gesagten stehe. Gesprochene Sprache geht ins Allgemeine und strebt ganz und gar nicht dem Besonderen zu. Wer das Besondere sucht und die Wörter dazu, ist auf die Poesie verwiesen. Deshalb wird gedichtet, nicht weil Kunstwerke entstehen sollen.
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