Drei Ringe

Da Angela Merkel sich mit einem Mal die „Ehe für alle“ vorstellen kann, weiß alle Welt, wie sie sich die nächste Regierungskoalition unter ihrer Führung vorstellt. Sie besteht nach gewonnener Wahl aus den Grünen, der FDP und ihrer eigenen Truppe. Grüne und Freidemokraten haben zuvor deutlich gemacht, daß die Ehe für alle gut ist, und zwar so gut, daß es ohne „Efa“ keine Koalitionsvereinbarungen mit ihnen geben wird. Das hat Eindruck hinterlassen und die Kanzlerin bewegt – allerdings nichts so sehr, daß sie selbst heute im Bundestag hätte dafür stimmen mögen. Auch dies wahltaktisch geschickt, denn sonst hätte sie volle drei Viertel ihrer eigenen Fraktion verprellt. So funktioniert praktische Politik, kein Makel. Mit Grün, Gelb und Schwarz werden drei Denkweisen und Kompromißvermögen aufeinander treffen, die diese Republik seit langem im Griff haben. Sie werden einen Borromäischen Ring bilden, real, symbolisch und imaginär. Im Verhältnis der drei Ringe liegt ein Ring auf dem anderen, doch dem dritten Ring kommt die Aufgabe zu, die Verknüpfung unauflösbar zu machen, für die Zeit ihres Bestehens.


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