Nach oben und sich dort halten wollen?

Was ist denn „das Politische“, daß es uns erregt und mobilisiert und deprimiert und frustriert? Was hängt an der Polis, daß es nicht wurscht ist, wer in ihr das Sagen hat und die Richtung bestimmt und die Posten vergibt und die Mittel verbrät und die einen bevorzugt und die anderen verrät? Die Polis ist das Gemeinwesen, jenes raumzeitlich und organisatorisch Ganze, dem jeder von uns angehört, ob mit oder ohne Stimme, Entscheidungsgewalt und Mitspracherecht. Politik ist die gemeinsame Sache aller Beteiligten und Betroffenen, deshalb wird gestritten und gekämpft, deshalb herrscht niemals Ruhe. Politik ist ein mühevolles Geschäft, wer in politischen Gremien wirken möchte, benötigt Ausdauer, Geduld, starke Nerven, Durchsetzungsvermögen, Überzeugungskraft, ein dickes Fell und Machtwillen, nicht zuletzt eine gute Portion Skrupellosigkeit. Politik ist interessegeleitetes Handeln, ganz ähnlich dem Handel, der Erwerbs- und Wettbewerbswirtschaft, dem Sport, der Hochleistungskultur, dem Journalismus. Nächster Tage werde ich zu lesen beginnen, Hans Fallada: Ein Mann will nach oben.


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