Lesen und schlafen gehen

Irgendwann werde ich keinen einzigen Leser mehr haben. Dann schreibe ich vor mich hin wie ein wahrer Mensch. Unbeirrt durch die Versuchung, meine Texte zu adressieren. So weit ist es längst noch nicht. Es wäre schlimm, es wäre kaum mehr menschlich. Sprechen bedeutet sich mitteilen. Es ist zu allererst das Mitteilungsbedürfnis, das sich auch im geschriebenen Wort kundtut. Erst danach kommen die Stil- und sonstigen Fragen. Bei manchen Texten denke ich an mir liebe Menschen, bei anderen an diejenigen, die ich nicht zu schätzen vermag. Am Freitag rief ich laut: Warum schuf Gott die Dummheit! Er schuf sie nicht, hörte ich später. Doch, er schuf sie, behauptete ich, ein wenig störrisch. Wer sonst soll sie geschaffen haben? Eine Funktion immerhin wird sie haben. Man kann sie schlecht so stehen lassen.


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