Zum 1. September einen Geburtstagsgruß für António Lobo Antunes, von dessen Werk ich eben erst erfahren, den ich zu lesen begonnen habe und auf der Stelle beneiden könnte, wüßte ich nicht, daß jeder sein eigenes Leben zu führen hat und nichts zu beneiden gibt. Wer von irgendwem etwas möchte, bekäme es ganz, nicht ausgesuchte Einzelheiten wie am Buffet. Katherine Anne Porter riet ausdrücklich davon ab, Schriftsteller zu werden: man müsse viel zuviel leiden, es lohne nicht. Antunes wird heute 75 Jahre alt, wenn ich richtig zähle, und bekommt noch vor Handke den Nobelpreis. Ob er den braucht – nein, den braucht er nicht. Niemand braucht einen solchen Preis, abgesehen von jenen, die ihn brauchen. Manchen ist oder war er eine Genugtuung, andere fürchteten ihn oder lehnten ab. Wer den Rummel mag, wird ihn mögen, wer ihn haßt, mag ihn fürchten. Es gibt etwas Geld, aber Schriftsteller brauchen kein Geld, die brauchen Luft zum Atmen und manchen Kredit.
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