Obere Ebene der U-Bahnstation Hermannplatz: Ich saß auf einer breiten Holzbank mit Blick auf die Rolltreppen nach oben und unten. Bei denen, die von oben kamen, sah ich zuerst nur die Füße, dann die Beine, endlich den Rumpf mit Armen und Kopf. Ich hatte keine Kraft, mir zu den Füßen schnell einen passenden Kopf auszudenken. Diejenigen, die von unten kamen, sah ich in umgekehrter Reihenfolge und nur von hinten. Ich folgte interesselos den Richtungsbewegungen der Fahrgäste, erkannte, wer sich wem zugetan oder an welchem Warteplatz sicher fühlt. Neben mir saß jemand, der mich nicht störte. Nichts störte, ich störte auch nicht. Alles war, allein darin bestand seine Aufgabe.
Tisch vor einer Bar: Ich saß auf der schmalen Holzbank und las. Erst las, dann schrieb ich. Von drinnen die Stimmen derer, die ich kenne. Ich war müde, hätte im Sitzen einschlafen oder von der Bank kippen können. Aber ich blieb sitzen und notierte ruhig wie nie die richtigen Sätze. Einer lautete: Der Wille bewegt keine Berge, der sprengt nur Löcher in ihre Schönheit. Ein anderer: Ich könnte ihr jetzt bis auf den Grund der Seele schauen, sie würde es spüren.
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