Laufbahn und Wanderschaft

Einladung, einem Karrierenetzwerk beizutreten. Ich bin hoffnungslos überfordert, weiß nicht einmal meinen Beruf. Die Stationen des bisherigen Lebens flimmern vorbei wie spärlich beleuchtete Bahnhöfe entlang einer fast schon stillgelegten Bahnstrecke, auf der zur Besichtigung nun ein Zug entlang saust, der beim vorgelegten Tempo entgleisen müßte, es aber dennoch schafft anzukommen. Gegenwart, bitte alle aussteigen, Zug endet hier. „Ich weiß schon vieles und kann so manches“, war der Slogan der Teddy-Hefte, die wir als Kinder liebten. Darin gab es Geschichten und Bastelbögen: die mittelalterliche Stadt zum Ausschneiden und Zusammenkleben. Damit war ich beschäftigt, sie sah schön aus, die Miniaturstadt mit Rathaus, Kirche, Fachwerkhäusern und aufgemaltem Kopfsteinpflaster. Ich meine, es gab auch Bäume. Nein, es gab keine Bäume, die ich ausschneiden und zusammenkleben konnte. In der Schule zeichnete ich Cowboys und Indianer für die Mitschüler und hatte in Diktaten einen oder zwei Fehler. Nie schaffte ich null Fehler. So lief das an und ähnlich weiter. Blicke ich zurück, erkenne ich meinen Weg. Der Weg ist ein krummer Pfad, zugewachsen und fast schon schön. Im Karrierenetzwerk wird man gerade Linien bevorzugen und Zielstrebigkeit honorieren. Ich verstehe das, möchte aber nicht damit dienen.


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