Klima

Mich interessiert ein anderes Klima:

das der Empfindungen und Wahrnehmungen, des Denkens und Sprechens, des Verhaltens in einer Wirklichkeit,

deren Veränderungsgeschwindigkeit noch immer zunimmt und deren Logik allem Anschein nach dahin geht, möglichst bald einen Zusammenbruch aus Erschöpfung herbeizuführen:

den globalen Burn-out, die Kapitulationserklärung der Menschenkräfte, des tätigen Menschen vor der erdrückenden Übermacht der installierten Verwertungs- und Auswertungssysteme.

Sie sind fortgeschritten genug, Großzahlen von Individuen bunt und vielfach zu versklaven.

Nötig noch immer die Parolen,

von stay together und friends forever und be inspired und impress yourself und take a chance und let’s get started, connect yourself.

Einheitsmenschen, Einheitssprache. Verfügungsmasse. Nützliche Idioten für den Erwerbsgewinn der Connection. (Es geht hier nicht um Ideale – alle Werte sind längst eingepreist und erscheinen später, wenn die Rechnung zur Abrechnung wird.)

Das Reiseziel gemeinsam wählen (Wahl eines Angebots), denn jeder ist betroffen.

Wir landen in Lalaland, wo Herkunft nicht mehr zählt, wo es keine Grenzen mehr gibt und jeder tun darf, was er sich buchen kann.

Sämtliche Accounts (Zugänge) sind geldgesteuert, aber geschickt genug getarnt, um als smart zu gelten. Über die Zugänge und Codes werden Distinktionsgewinne ergattert. Wer draußen bleibt, sind die Hunde vorm Metzgerladen.

Alles bleibt demnach beim Alten, nur neu.

Wie ist die Stimmung angesichts dieser Streßsituation, bei jung und alt, bei arm und reich? Wie fühlt es sich an, Teil der globalen Selektion zu sein? Das ist das Klima.

 


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