Ratte – tot … hieß der bei Luchterhand veröffentlichte Briefwechsel zwischen dem damals inhaftierten RAF-Mitglied Peter-Jürgen Boock (*1951) und dem Schriftsteller Peter Schneider (*1940), der als einer der Berliner Wortführer der 1968er Studentenbewegung gilt.
Ich erinnere mich, daß Boock darin den „heißgeliebten Springsteen“ erwähnte und Titel nannte, die er in Stammheim auf einem Kassettenrekorder hörte: Backstreets, Born to Run, Darkness at the Edge of Town, Jungleland. Eingesperrt zu sein war für mich eine der schlimmsten Vorstellungen – und ist es bis heute. Ich verschlang den Vorabdruck, den Die Zeit am 5. April 1985 unter dem Titel Gespräche eines Schiffbrüchigen mit einem Bewohner des Festlandes brachte – versetzte mich in die Lage, fühlte nach, was der Inhaftierte in seinen Briefen verriet.
Seit drei Tagen nun summe oder singe ich Racing in the Streets und komme nicht davon los (will es gar nicht). Das ist der Titel, der mich an diesem 78er Springsteen-Album am stärksten berührt. Ich möchte ihn wieder und wieder hören, als läge in ihm etwas, das ich erst noch verstehen muß oder darf.
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