Den halben gestrigen Tag habe ich mich geärgert, nämlich darüber, daß ich schrieb: obwohl ich kein Christ bin. Ich habe mich nicht deshalb geärgert, weil ich ein Christ bin, sondern daß solches mir eine Erwähnung wert war. Denn wen interessiert ernsthaft, wer welchem Glauben anhängt, den Worten nach (nicht den Taten)? Kann doch jeder jegliches behaupten und sich sonnen oder weiden, gerechtfertigt fühlen oder verbessert, erhoben, erhaben. In einer substantiellen Debatte, die solches Betragen untersucht und bespricht, wird es nicht um die Vereinsbildungen des Glaubens gehen können, sondern darum, was jene meinen und tun, die sagen, sie glauben oder sie glauben nicht. Zeitigt es Folgen, verändert es die Sicht, das Leben, das Denken, das Fühlen, das In-der-Welt-Sein? Ich vermute, daß es das tut, nur ernähre ich mich nicht von Parolen. Einige Male allerdings sind Wunder geschehen. Das führt zu der anderen Hälfte des gestrigen Tages. Ich glaube an Wunder, fast gehe ich von ihnen aus.
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