Schatten:Licht

Derweil warten wir darauf, ob jemand Lust hat, die Bundesrepublik Deutschland zu regieren, koalitionär, parlamentarisch und rechtstaatlich kontrolliert, unter kritischer Beobachtung der vierten Gewalt und lebhafter Teilhabe der Bevölkerung, die mehrheitlich aus Wählern besteht, die bei der nächsten Wahl nicht werden vergessen haben, wie sich jene Parteien verhielten, die sich jetzt verhalten zeigen. Mit Merkel ist kein Schwung mehr zu holen – doch für wen kommt diese Einsicht überraschend? Die Frage scheint eher, wie man sie, die Kanzlerin, jetzt oder demnächst, loszuwerden vermag. An ihr kommt derzeit noch niemand vorbei, heißt es zu Recht. Sie hat Vorbilder, an denen ebenfalls niemand vorbeikam: Konrad Adenauer und Helmut Kohl. Die Tradition des Weitermachens, Aushaltens und machtpolitischen Wartens setzt Angela Merkel fort – ebenfalls aus guter Überzeugung: Nichts Vielversprechendes in Sicht, kaum Talente, man muß durchhalten, den Platz besetzen, um das Schlimmste zu verhindern. Im Grunde eine Pattsituation zwischen Stärke und Schwäche, eher schon Schwäche. Das Neue kann sich nicht zeigen, weil das Alte noch waltet. Würde sie gehen (was sie nicht kann), ergäbe sich augenblicklich eine andere Lage. Fälle einen Baum und beachte, was zu wachsen vermag.


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